Die Gerry Weber International AG musste im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag: 31. Oktober 2013) Abschläge beim Betriebsergebnis (EBIT) und dem Jahresüberschuss hinnehmen. Das operative Ergebnis verminderte sich von 115,9 auf 105,8 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank auf 71,0 (Vj. 78,8) Millionen Euro.
Verantwortlich dafür machte Gerhard Weber zum einen das schlechte Wetter, unter der die gesamte Textilbranche zu leiden hatte. Zum anderen habe man im Geschäftsjahr zuvor fast 270 Läden übernommen. „Das war eindeutig zu viel für uns“, sagte Weber selbstkritisch. Der Hauptversammlung soll eine unveränderte Dividende von 0,75 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.
Bei seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz als Vorstandsvorsitzender gab sich Weber dennoch sehr entspannt: „Gut, dass der Fehler, zu viele Läden zu übernehmen, mir passiert ist. Stellen sie sich mal vor, ich wäre nicht mehr im Amt gewesen. Da hätte der nachfolgende Vorstand ordentlich in der Kritik gestanden.“ Gerhard Weber wird im Oktober sein Amt aufgeben und möchte als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat der Gerry Weber International AG wechseln. Darüber wird die nächste Hauptversammlung zu entscheiden haben.
Zu seiner Nachfolge wollte sich Weber noch nicht abschließend äußern. Die drei Vorstände Dr. David Frink, Arnd Buchardt und Ralf Weber sollen das Unternehmen weitgehend gleichberechtigt führen. Wer am Ende Sprecher des Vorstands werde, könne er jedoch derzeit noch nicht sagen.
Insgesamt bekräftigte Gerhard Weber die internationale Wachstumsstrategie seines Unternehmens. Die USA, Kanada und Skandinavien, aber auch Osteuropa, der nahe und mittlere Osten stünden dabei im Mittelpunkt des Interesses. In dem als äußerst schwierig bezeichneten zurückliegenden Jahr konnte Gerry Weber den Umsatz um 6,2 Prozent auf 852 Millionen Euro steigern. Dabei sei das eigene Retailgeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber gewesen, der 363,7 Millionen Euro, also knapp 43 (Vj. 37,3) Prozent zum Konzernumsatz beitrug.
Die Ausweitung des eigenen Retailgeschäfts habe die Mitarbeiterzahl auf rund 4700 anwachsen lassen. Die Personalaufwendungen stiegen auf 143,3 (Vj. 125,8) Millionen Euro. Die Mieten für eigene Ladenlokale lagen bei 203,7 (Vj. 187,6) Millionen Euro.
Das laufende Geschäftsjahr 2013/14 sei verheißungsvoll gestartet, sagte Weber, ohne Details zu nennen. Es fehle im Vergleich zum Vorjahr die Belastung durch das schlechte Wetter. Derzeit erwarte der Vorstand einen Umsatz von mindestens 900 Millionen Euro. Ziel müsse sein, wieder profitabel zu wachsen – das EBIT soll auf mindestens 120 Millionen Euro anwachsen. Das Unternehmen werde 65 bis 75 neue Houses of Gerry Weber eröffnen. Zudem sei ein Anstieg bei den Concessions Flächen geplant. Dabei miete Gerry Weber Flächen in großen Handelshäusern an und betreibe diese wie eigene Läden.

26.02.2014