Deutsche Mode- und Textilindustrie: Stromkosten als Umsatzhemmer
Statistisches Bundesamt, deutsche Mode- und Textilindustrie, hohe Stromkosten, Ingeborg Neumann, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, Gesamtverband textil+mode

09.03.2017 | Laut Statistisches Bundesamt wuchs der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie um insgesamt 0,2 Prozent im Vergleich zu 2015 und lag dabei bei etwa 32 Milliarden Euro (einschließlich Schuh- und Lederwaren).  Auffällig ist dabei die unterschiedlich starke Entwicklung der Segmente. So stieg der Umsatz mit Textilien um 2,9 Prozent, wohingegen der Umsatz mit Bekleidung um 3,8 Prozent sank.  

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie, erklärt: „Stärkste Segmente sind vor allem Vliesstoffe sowie Technische Textilien für Anwendungen in der Medizintechnik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Bautechnik. Hier sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Außerdem bieten Smart Textiles mit der Integration von Technik und Elektronik in Textil ganz neue Märkte für die langfristige Zukunft. Das Kostenmonster EEG ist allerdings das größte Hindernis im internationalen Wettbewerb: Wir fordern eine neue Finanzierungsstruktur für Erneuerbare Energien.“ Gerd Oliver Seidensticker, Präsident von GermanFashion, ergänzt: „Die deutsche Modeindustrie stand in 2016 vor vielen Herausforderungen – national und international. Erfreulicherweise läuft der Exportmotor wieder. Die großen Verluste auf einst starken Märkten wie Russland konnten anderswo wettgemacht werden, so dass wir im Export ein leichtes Plus von 1,4 Prozent zu verzeichnen haben. Nach wie vor sind deutsche Modemarken aufgrund von Design und dem hohen Qualitätsstandard unserer Produkte sehr beliebt.“

Im Ausland  ist die Nachfrage nach deutschen Produkten sehr hoch. Die Textil- und Modeexporte stiegen insgesamt um 1,2 Prozent. Neben deutschen Modemarken sind vor allem Technische Textilien für den Zuwachs verantwortlich. Das Exportvolumen lag 2016 auf dem Rekordniveau von 26,6 Milliarden Euro. Trotz stagnierender Gesamtumsätze stieg die Zahl der Beschäftigten der gesamten Branche gegen den langjährigen Trend um 0,8 Prozent auf 118.000 (ohne Schuh- und Lederwarenindustrie). Viele Unternehmen suchen neue Mitarbeiter. Die Geschäftsentwicklung für 2017 beurteilen viele Unternehmen laut einer Verbandsumfrage neutral oder positiv: Etwa 45 Prozent gehen von einem Umsatzwachstum aus, rund 45 Prozent erwarten etwa gleichbleibende Umsätze. Der Gesamtverband textil+mode prognostiziert für 2017 ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent. (Bild: Alexander Dreher / pixelio.de) www.textil-mode.de

09.03.2017