Gardeur baut Arbeitsplätze ab
Gardeur baut Arbeitsplätze ab

01.12.2017 | Im Rahmen des Insolvenzverfahrens hat der Mönchengladbacher Hosenspezialist Gardeur die Streichung von Arbeitsplätzen angekündigt.„Zur nachhaltigen Restrukturierung der Gardeur Gruppe wird es erforderlich sein, die Personalkosten an die Geschäftsentwicklung anzupassen“, hatte Biner Bähr von White & Case, vorläufiger Insolvenzverwalter der Gardeur Gruppe, bereits vor einigen Wochen ins Gespräch gebracht. Nun vereinbarte er mit den Arbeitnehmervertretern einen Interessensausgleich mit Namensliste. Demnach sind 66 Mitarbeiter vom Abbau betroffen (23 Prozent der Belegschaft), von denen ein Großteil (59 Mitarbeiter) die Möglichkeit hat, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Diese Mitarbeiter haben bis Montag Zeit, sich zu entscheiden. Insgesamt waren im Oktober rund 290 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, zirka 230 davon am Standort Mönchengladbach.

Berechtigte Arbeitnehmer können in die Transfergesellschaft wechseln, indem sie einen „dreiseitigen Vertrag“ mit dem Insolvenzverwalter und der Transfergesellschaft schließen. Sie erhalten dann über einen Zeitraum von maximal vier Monaten 75 Prozent ihres Nettolohns. Die von der Transfergesellschaft gezahlten Löhne werden zum großen Teil durch Mittel der Arbeitsagentur finanziert. Darüber hinaus wird der Insolvenzverwalter einen erheblichen Beitrag aus der Insolvenzmasse leisten, um die Transfergesellschaft für die Arbeitnehmer attraktiv zu machen. 

Die Auswahl der Mitarbeiter, die von der Freistellung betroffen sind, hat zwischen dem Betriebsrat, dem vorläufigen Insolvenzverwalter und der Geschäftsführung der Gardeur Gruppe stattgefunden. „Wir haben jeden Fall eingehend geprüft und diskutiert“, erklärt Bähr. Die Auswahl unterlag vielen Kriterien: das Gremium habe unter anderem darauf achten müssen, den Geschäftsbetrieb zu sichern, Fachwissen zu bewahren und einen regulären Altersdurchschnitt zu erhalten. Die tunesischen Fertigungsbetriebe, in denen das Unternehmen rund 1250 Mitarbeiter beschäftigt, sind nicht von der Insolvenz und dem Stellenabbau betroffen. (Bild: Kollektionsbild HW 2017/18) www.atelier-gardeur.de

 

 

 

01.12.2017